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Das Symbol des SCHALOM-Hauses hat folgende Bedeutung: Taube - Heiliger Geist, Frieden Gottes Säule - Der Säulenabschluss, Kapitell, ist ein Sinnbild für den Tempel, für jüdische Synagogen, für die Gemeinde Wasser- Die drei stilisierten Wellen als Hinweis auf die Taufe, als Bekenntnis des Glaubens und Beginn der Gemeindezugehörigkeit.

Dies sei ein Bethaus für alle

Aus einem Bericht der Zeitschrift "Die Gemeinde" 31-32/1997 Gemeindeportrait "Schönebeck"   Das Gemeindeleben nicht von einer Kirche oder Kapelle abhängt, dürfte allgemein bekannt sein.  Gerade Neulandmissionsgemeinden versammeln sich oft in Wohnungen, mieten Läden an oder  treffen sich in Fabrikhallen oder Schulen. Dass aber eine Gemeinde eine ehemalige Synagoge  nutzt, das dürfte die Ausnahme sein: so in Schönebeck.   Seitdem die heute 96 Mitglieder zählende Gemeinde 1986 das Haus bezogen hat, hat sich das  Gemeindeleben stark verändert. „Viele von uns tragen nun Israel auf dem Herzen“, so Pastor  Hans-Jürgen Schlag. Es gibt intensive Kontakte zum jüdischen Volk. Einige Mitglieder haben sich  einem überkonfessionellen Israel-Gebetskreis angeschlossen. Der frühere Gemeindeleiter und heutige Vorsitzende der Evangelischen  Allianz in Schönebeck, Klaus Tschalamoff, hält es für ein Wunder, dass die Gemeinde die Synagoge erhalten hat. Alles begann damit,  dass die sozialistische Stadtverwaltung die Altstadt „rekonstruieren“ wollte. Auch die in einem Hinterhof gelegenen  Versammlungsräume sollten abgerissen werden, um dort Plattenbauten hochzuziehen. Auf der Suche nach einem neuen Domizil  entschied sich die Gemeinde für die heruntergekommene Synagoge. Zuvor war dort eine Turnhalle untergebracht. Danach stand sie fünf  Jahre leer. Eine Bauruine. Jüdische Gottesdienste hatten hier seit der Pogromnacht 1938 nicht mehr stattgefunden. Damals hatten  Hitlers Schergen die Synagoge zerstört und geschändet. Gipfel der Geschmacklosigkeit: Sie hatten ein totes Schwein ins Haus getragen  und es anschließend an einem Leuchter aufgehängt... Nach zähen Verhandlungen mit der jüdischen Gemeinde in Magdeburg - sie begegnete dem Vorhaben mit Wohlwollen - und dem kritisch  eingestellten Rat des Kreises konnten die Baptisten schließlich 1983 die Synagoge kaufen. Der staatliche Schätzer war offenbar von  dem Projekt begeistert, denn er bezifferte den Wert der selbst finanzierten Umbau- und Erhaltungsarbeiten der angemieteten  Gemeinderäume mit 16 000 Mark, den Wert der Synagoge mit 15 990 Mark. Drei Jahre dauerte es, bis die Gemeinde SCHALOM-Haus in  Eigenleistung wieder hergerichtet hatte und es beziehen konnte. Jüdische Symbole wurden, soweit möglich, beibehalten. So ziert die  Kuppel ein Kreuz, in das vier Davidsterne integriert sind.   Auch im Vorraum gibt es einen Davidstern, der jedoch mit der hebräischen und lateinischen Inschrift „Jesus“ versehen wurde und so auf die  Verwurzelung des Christentums im Judentum hinweist. Durch die Baptisten wurde die Fassadeninschrift des 1877 eingeweihten  Gotteshauses wieder ganz neu mit Leben gefüllt: „Dies sei ein Bethaus für alle“ (Jesaja 56,7). Das Projekt sorgte weltweit für Furore.  Ehemalige Schönebecker Juden, die nun in den USA, in Südafrika und Australien leben, hörten davon, kamen vorbei und zeigten sich  begeistert. Und sogar die Regierung der DDR entdeckte aus Anlass des 50. Jahrestages der „Reichskristallnacht“ 1988 wohl aus  außenpolitischen Erwägungen ihre Israel-Verbundenheit. Stolz blickte man nun auf die Schönebecker Baptisten. Der damalige  Staatssekretär für Kirchenfragen, Löffler, erklärte sich bei einem Besuch sogar bereit, eine Delegation der Gemeinde beim nächsten  Israelbesuch mitzunehmen. Die Wende vereitelte diese Pläne. „Heute können wir ohne staatliche Bevormundung nach Israel fliegen“, so Klaus Tschalamoff.  Das SCHALOM-Haus hat positive Auswirkungen auf das zwischenkirchliche Miteinander. „Wir haben sehr gute Kontakte zu allen Gemeinden  am Ort“, erläutert Pastor Schlag, der immer wieder auch Touristen das Haus zeigen muss. Dennoch meint er, dass das Gotteshaus „Lust und Last“ zugleich sei. Es habe zwar eine beeindruckende Ausstrahlung, doch sei es auch eine ständige Mahnung an das Schicksal der  vertriebenen und ermordeten Juden: Nur weil sie nicht mehr da sind, können wir das Haus nutzen.“ Die Gemeinde selbst befindet sich  zur Zeit im Umbruch. Ein Jugendzentrum in der Innenstadt musste aufgegeben werden. Für die Weiterbeschäftigung einer  Kindermissionarin fehlt das Geld. Sie musste entlassen werden. Von Resignation jedoch keine Spur. Die Gemeindeleitung ist vor einem  Jahr in jüngere Hände gelegt worden. Der Besuch der Bibelstunde steigt. Seit kurzem gibt es einen Gebetsabend mit Lobpreisliedern.  Und Ostern fand eine Taufe statt. Der Pastor: „Viele Geschwister haben den Wunsch, neue Schritte zu gehen, um eine einladende und  vertrauenswürdige Gemeinde für Außenstehende zu werden.“ So habe sich die Gemeindeversammlung Anfang Juli für die Einführung  eines offenen Gottesdienstes für Gäste an jedem dritten Sonntag im Monat ausgesprochen. Sicherlich keine schlechten  Voraussetzungen, die Synagoge weiter mit geistlichem Leben zu füllen.  Klaus Rösler

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